Der alte Mikrowellenofen auf der Arbeitsplatte brummt wie ein müder Kühlschrank und spritzt Soße an die Tür, während sich eine Schüssel im gelben Licht dreht.
Du tippst zweimal aufs Display, öffnest die Tür – und die Mitte ist noch kalt, während die Ränder wütend blubbern. Gleiche Geschichte, anderer Tag. In einer Welt, in der wir 4K-Filme streamen und Lebensmittel in 10 Minuten bestellen, wirkt dieser matte Metallkasten plötzlich … von gestern.
Still und leise taucht eine neue Art Gerät in echten Küchen auf, nicht in Tech-Showrooms. Es erhitzt, macht knusprig, grillt und backt sogar – in der Zeit, in der die meisten Mikrowellen Pasta halb gefroren lassen. Manche ziehen ihre Mikrowelle bereits endgültig aus der Steckdose.
Das Überraschende ist nicht die Technik. Sondern wie schnell Menschen bereit sind, sich von einer Maschine zu verabschieden, die sie ihr ganzes Leben benutzt haben.
Was ersetzt die Mikrowelle?
Nenn es, wie du willst: smarte Airfryer-Backofen-Kombi, Heißluftgerät für die Arbeitsplatte, Multifunktions-Kombi. Hinter dem Marketing ist die Idee simpel: ein kompakter Ofen mit starkem Ventilator und präziser digitaler Steuerung – verpackt in einer Kiste ungefähr in Mikrowellengröße. Essen rein, kurzes Programm wählen, und heiße Luft erledigt den Job schnell – aber mit echter Textur.
Das Erste, was auffällt, ist das Geräusch. Kein aggressives Brummen, nur ein leises Strömen. Dann kommt der Geruch. Getoastetes Brot, das wirklich knackt. Übrig gebliebene Pizza mit echtem Boden – nicht dieses labberige, traurige Dreieck. Und plötzlich fragst du dich, wie viele Mahlzeiten die Mikrowelle heimlich ruiniert hat, ohne dass du es gemerkt hast.
Diese Geräte sind längst kein Sci‑Fi mehr. Sie stehen in Studentenbuden, Familienküchen, winzigen Stadtwohnungen ohne Ablagefläche. Und sie fangen an zu gewinnen.
Schau dir die Zahlen an: Der weltweite Airfryer-Verkauf ist in den letzten fünf Jahren explodiert, und Marken sind von einfachen Körben zu kompletten „Airfryer-Öfen“ mit Einschüben, Glastüren und Dutzenden Presets übergegangen. Händler berichten, dass Multifunktions-Aiarfryer in manchen Märkten Jahr für Jahr zu den drei meistverkauften Kleingeräten gehören.
Hinter diesen Statistiken stecken kleine Küchenrevolutionen. Ein junges Paar in London nutzt sein Gerät täglich als „Mini-Ofen“, weil der Ofen in der Mietwohnung 20 Minuten zum Vorheizen braucht. Ein Vater in Texas wärmt Chicken Tenders in sieben Minuten auf und schwört, es schmecke besser als frisches Fast Food. Eine Rentnerin in Paris benutzt ihre Mikrowelle kaum noch, seit ihr neues Heißluftgerät Suppe gleichmäßig erhitzt … ohne diesen seltsam gummiartigen Rand.
Sobald diese Geräte auf der Arbeitsplatte stehen, stehen sie selten still. Viele starten mit Pommes und Nuggets, probieren dann Lachs, Lasagne, sogar Kuchen. Neugier erledigt den Rest.
Es gibt einen einfachen Grund, warum diese neue Generation an Geräten wie ein echter Herausforderer wirkt: Die Mikrowelle wurde für Tempo gebaut, nicht für Geschmack. Sie schüttelt Wassermoleküle, bis das Essen heiß ist – aber Textur ist ihr egal. Deshalb wird Brot zäh und Pizzaboden schlaff. Ein Heißluftgerät dreht das Prinzip um: Es bewegt heiße Luft um das Essen, sodass außen trocknet und knusprig wird, während innen sanfter erwärmt wird.
Moderne Modelle treiben das weiter. Sie stapeln Funktionen: Airfryen, Backen, Grillen, Dörren, Slow Cooking. Manche geben etwas Dampf dazu, damit Essen saftig bleibt. Die Leistung ist hoch, das Volumen klein, die Vorheizzeit winzig im Vergleich zu klassischen Öfen. So bekommst du weiterhin „Mikrowellen-Tempo“ – aber bei tatsächlich gegartem Essen, nicht nur „erhitzten“ Resten.
Diese Mischung aus Geschwindigkeit und echtem Kochen lässt die alte Mikrowelle plötzlich fragil wirken. Nicht, weil sie nicht mehr funktioniert. Sondern weil sich unsere Erwartungen verändert haben.
Wie man wirklich ohne Mikrowelle lebt
Eine Mikrowelle gegen eine Multifunktions-Aiarfryer-Ofen-Kombi zu tauschen heißt nicht nur, eine glänzende Kiste zu kaufen. Es heißt, winzige Alltagsreflexe zu ändern: das nächtliche Aufwärmen, der Kaffee, den du auf dem Tisch vergessen hast, das schnelle Mittagessen zwischen zwei Calls. Der Trick ist, kleine neue Gewohnheiten aufzubauen, die sich nicht wie Arbeit anfühlen.
Fang mit einer Sache an: Reste aufwärmen. Statt alles auf einen kalten Teller zu klatschen und „zu nuklen“, verteile das Essen in einer dünnen Schicht auf einem kleinen Blech oder in einer flachen Form. Stelle 170–180 °C ein, lass es 5–8 Minuten laufen, und geh weg. Kein Umrühren, kein Tellerdrehen. Übrig gebliebenes Brathähnchen bekommt seine Haut zurück. Gemüse behält Biss.
Wenn sich das normal anfühlt, geh weiter zu Tiefkühlkost, dann zu frischen Gerichten. Schritt für Schritt. Keine komplette Küchenrevolution über Nacht.
Hier stolpern die meisten: Sie versuchen, das neue Gerät exakt wie eine Mikrowelle zu benutzen – nur mit anderen Zeiten. Und sind enttäuscht, weil Suppe in einer offenen Schüssel mit heißer Luft langsamer ist und eher kleckert. Also realistisch: Flüssiges wie Tee, Kaffee oder eine einzelne Portion Suppe ist genau der Bereich, in dem die Mikrowelle weiterhin glänzt. Manche behalten dafür eine winzige Mikrowelle.
Statt es zu erzwingen, spiel die Stärken des Heißluftgeräts aus: trockene Speisen, gemischte Teller, Proteine. Dieses halbe Pizzastück. Gekochter Reis, der in einer abgedeckten Form mit einem Schuss Wasser wieder lebendig wird. Du lernst schnell, was überzeugt und was zäh ist. Und fühl dich nicht schlecht, wenn du manchmal zur Pfanne greifst. Seien wir ehrlich: Niemand macht das wirklich jeden Tag. Echte Küchen sind chaotische Mischungen aus Tools und Abkürzungen.
Eine Nutzerin sagte etwas, das hängen blieb:
„Ich wollte die Mikrowelle nicht ‚aufgeben‘. Eines Tages merkte ich, dass ich sie drei Wochen nicht angefasst hatte. Sie war einfach nicht mehr der Standardknopf.“
Damit das gelingt, helfen ein paar kleine Anker:
- Sichtbar lassen - Wenn der Multikocher unter einer Haube steht oder im Schrank verschwindet, entsteht kein Reflex.
- Lieblingsblech bereitlegen - Ein kleines Blech, das sofort reingeschoben werden kann, macht Aufwärmen so gedankenlos wie eine Mikrowellentür.
- Drei Presets speichern, die du wirklich nutzt - Aufwärmen, Pommes, Hähnchen. Die 27 anderen Icons erst mal ignorieren.
- Wenn möglich echte Teller nutzen - Essen fühlt sich weniger nach „Mikrowellen-Dinner“ an, mehr nach Mahlzeit.
- Die Lernkurve akzeptieren - Der erste verbrannte Toast ist fast ein Initiationsritus.
Was dieser Wandel in der Küche wirklich verändert
Sich von der Mikrowelle zu verabschieden ist nicht nur eine Gadget-Geschichte. Es verändert leise, wie wir zu unserem Essen stehen. Wenn Aufwärmen nicht mehr ein Nebengedanke ist, sondern wieder ein kleiner Akt des Kochens, bekommen Mahlzeiten eine Textur zurück, die im Zeitalter von Plastikboxen hinter beschlagenen Türen verloren ging.
Manche merken, dass sie weniger verschwenden. Übrig gebliebenes Ofengemüse ist verlockender, wenn es karamellisiert und heiß herauskommt – nicht wässrig und traurig. Ein Stück Quiche von gestern wird zu etwas, wofür man sich hinsetzt, statt es hastig am Spülbecken zu essen. Dieser kleine Wechsel – von „Treibstoff“ zu „kleinem Genuss“ – kann den Ton eines ganzen Tages verändern.
Es gibt auch eine soziale Seite. Gäste akzeptieren aufgewärmtes Essen eher, wenn es nicht aussieht, als käme es aus einer Mikrowellenschale. Kinder fragen eher: „Können wir die knusprigen Kartoffeln machen?“ statt „Können wir bestellen?“ Das Gerät wird zu einer kleinen Bühne für Mini-Rituale: nächtliches Knoblauchbrot, Kekse nach der Schule, Sonntagsfrühstück mit Bacon ohne fettige Pfanne.
Die Mikrowelle verschwindet nicht vom Planeten. Sie verliert nur ihren Thron.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für Leserinnen und Leser |
|---|---|---|
| Multifunktion | Airfryen, Ofen, Grill, manchmal Dampf in einem Gerät | Mehrere Geräte ersetzen und Arbeitsfläche freimachen |
| Qualität beim Aufwärmen | Heißluft für Knusprigkeit und gleichmäßigere Erwärmung | Bessere Reste, weniger gummiartige Textur |
| Gewohnheiten ändern | Weg von „alles Mikrowelle“ hin zu kleinen Handgriffen echten Kochens | Mehr Essgenuss ohne viel Zeitverlust |
FAQ:
- Ist ein Airfryer-Ofen wirklich schneller als eine Mikrowelle?
Für „eine Tasse Wasser erhitzen“ gewinnt die Mikrowelle weiterhin. Für komplette Mahlzeiten oder Reste, die man wirklich genießen will, empfinden viele einen Heißluftgarer insgesamt als genauso schnell – weil man nicht rühren muss, es weniger Kaltstellen gibt und man seltener nacharbeiten muss.- Kann ich alle Reste sicher in diesem neuen Gerät aufwärmen?
Die meisten festen Speisen werden sehr gut: Fleisch, Gemüse, Pizza, Aufläufe, Gebäck. Für Soßen und Suppen eine ofenfeste Schüssel verwenden, die Temperatur senken und mit Deckel oder Alufolie abdecken, damit nichts spritzt und nicht austrocknet.- Steigt meine Stromrechnung, wenn ich die Mikrowelle weglasse?
Diese Geräte ziehen oft mehr Leistung pro Minute, laufen dafür kürzer und erhitzen ein kleineres Volumen als ein großer Ofen. Im Durchschnitt bleibt der Verbrauch ähnlich wie bei einer mikrowellenzentrierten Routine – manchmal sogar niedriger, weil man effizienter in kleinen Chargen arbeitet.- Brauche ich ein großes, teures Modell, um die Mikrowelle zu ersetzen?
Nein. Ein kompaktes Mittelklassegerät mit ein bis zwei Einschüben und einfachen digitalen Reglern reicht meist für tägliches Aufwärmen und schnelle Mahlzeiten. „Smart“-Funktionen sind nett, aber nicht nötig.- Welche Lebensmittel ergeben in der Mikrowelle weiterhin Sinn?
Einzelne Tassen Tee oder Kaffee, schneller Porridge/Haferbrei, eine kleine Schüssel Brühe oder Instantnudeln sind in der Mikrowelle oft praktischer. Viele behalten ein günstiges, kleines Gerät genau dafür und verlagern fast alles andere auf den neuen Heißluftgarer.
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